Originalsprache unbekannt

Das ist... ein ziemlich ungewöhnliches Projekt, im Stil eines sehr urzeitlichen Wild Times (erinnert sich überhaupt noch jemand daran, lol?), mit dem Unterschied, dass auf Etude die Regel des einen Lebens gilt. Und für mich war Etude ganze 6 Mal blutrot, angesichts der ziemlich grausamen Enden fast all meiner Charaktere, sowie einmal in der Farbe einer absurden Posse – auf den Türmen muss man vorsichtig sein.

Etude ist ein Server nicht für jedermann, das stimmt. Er ist mäßig schwer, erfordert Aufmerksamkeit und keinen „schnellen Schluck Bier“ – hier kann man völlig unironisch so absurd sterben, dass es zur lokalen Folklore wird, oder man kann wie eine Legende sterben, indem man die Geschichte des Charakters nicht nur mit einer Zeile in der Totenliste beendet, sondern in einer Zeile der wahren Legenden von Etude (da reinzukommen ist schwer, ich hab’s versucht). Der Server ist interessant, wenn man nicht, wie schon geschrieben, Hals über Kopf rennt. Selbst eine gewöhnliche Hirschjagd kann zu einer wahren Geschichte werden, und jeder Ausflug in die Zone (und zwar in die Zone, ein Spaziergang fünfhundert Meter vom Stacheldraht entfernt zählt nicht) ist wirklich unvergesslich – du kannst in einer Gruppe von Feldmitarbeitern eines Forschungsinstituts landen, die voller Angst auf einer Schweinefarm zittern, Zeuge eines echten Krieges am Bogen werden oder umgekehrt in eine solche Wendung geraten, dass der Tod tatsächlich wie die leichtere Wahl erscheint.

Es gibt eine relativ große Anzahl von Quests, die den Spieler auf die eine oder andere Weise für deren Abschluss belohnen, aber manchmal muss man beim Lösen scheinbar einfacher Aufgaben so sehr den Kopf zerbrechen, dass es nicht mehr dem Charakter, sondern dem Spieler schlecht geht (eben jenem Chel). Dieser Server geht mehr ums Nachdenken, um ein bedächtiges Umherstreifen durch die Zone, weniger um „ich bin zum Schießduell gekommen“ und Nonstop-Farming. Was das Farming betrifft – ja, bis zu einem gewissen Grad ist es vorhanden, aber je tiefer man in die Zone vordringt, desto lohnender, was logisch ist. Aber selbst beim Streifen nahe des Stacheldrahts kann man ganz gut Geld verdienen und manchmal sogar anständige Ausrüstung finden.

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